Andacht von Manfred Frank  (Pastor EFG-Templin)

Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet, der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich auf seinen Gott.         

(Jesaja 50,10)

 

Wenn das Licht plötzlich ausgeht, dann taste ich erst einmal nach einem Schalter. Wenn das nicht hilft, dann suche ich eine Kerze, noch mehr nach Streichhölzern. Wo finde ich die im Dunkeln? Dann geht es ab in Richtung Sicherungskasten. Wenn da alles in Ordnung ist, dann schaue ich, ob ich der einzige im Dorf bin, der kein Licht hat. Auf jeden Fall: Wenn es dunkel wird, dann suche ich nach Licht.

Kaum jemand ist Dunkles noch gewohnt. Die Welt ist ein großes Lichtermeer geworden. Vom Weltall aus kann man die Städte und Ballungsgebiete nachts besser erkennen als am Tage. Man spricht nicht umsonst von einer Lichtverschmutzung. Zu viel Licht gilt als eine der Hauptursachen dafür, dass unsere Generation unter so viel schlechten Schlaf leidet.

Doch dann: Der Dezember ist der dunkelste Monat im Jahr. Es ist Nacht, wenn wir morgens aus dem Haus gehen und auch, wenn wir spätnachmittags nach Hause kommen. Bei vielen Menschen legt sich diese Dunkelheit dann auch aufs Gemüt. Dagegen soll eine Lichttherapie helfen. Man darf sich von der Dunkelheit draußen bei strahlendem –

dem Tageslicht des Sommers nachgebildeten – Licht erholen. Gegen das fehlende äußere Licht kann man also etwas tun.

Der Monatsspruch meint aber eher das innere Licht, das verlöschen kann: die Zuversicht, das hoffnungsvolle Aufstehen am Morgen und das getröstete Zubettgehen am Abend. Dann ist es innen eher düster geworden; man sieht „kein Land“, wie es früher oft hieß. So erging es vielen im Volk Israel in der Zeit, in der sie nicht im gelobten Land leben durften, sondern fern der Heimat in Babylon leben mussten, verschleppt aus der Heimat.

Sicher haben die Menschen damals ähnlich empfunden wie wir, wenn wir das Gefühl haben, dass es Gott scheinbar doch nicht gibt oder dass Er zumindest kein Interesse für uns hat. Manchmal tasten wir uns durch das Leben, als gäbe es kein Licht, oder nur Nebel um uns herum. Wir fühlen uns überfordert, allein, vielleicht sogar obwohl wir in gesunden Beziehungen leben. Manche sind andauernd müde und wollen angesichts des dunklen Alltags lieber die Augen schließen und in eine hoffentlich helle Traumwelt eintauchen.

Solche Zeiten gibt es. Dann sind wir auf uns allein gestellt, vielleicht ohne jede Zuversicht. Doch dann hole ich mir diese Zuversicht. Ich wende mich im Gebet Gott zu und wende mich dadurch gleichzeitig von meiner Trostlosigkeit weg. Doch so entgehen wir der Dunkelheit nicht wirklich. Da antwortet dann der Monatsspruch für den Monat Dezember sinngemäß: „Du bist nicht allein. Du bist nicht verloren in der Finsternis. Gott ist da, an deiner Seite. Er sieht dich und Er liebt dich.“ Doch für uns kommt es darauf an, Ihm das auch zu glauben. Gerade in der dunklen Adventszeit werden wir erinnert, dass Jesus unser Bruder geworden ist. Sein Name ist „Immanuel“, „Gott mit uns“! Geboren in einem Stall in Bethlehem. Wie heißt es doch in einem Adventslied von Jochen Klepper: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“

 Es grüßt

Manfred Frank

 

Losung des Tages

Samstag, 07. Dezember 2019
Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung.
Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.

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