Andacht von Manfred Frank  (Pastor EFG-Templin)

Monatsspruch für den Monat November

"Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt."

(Hiob 19, 25)

 

" ... Halleluja! Halleluja! Halleluja! - aus diesem Wort, aus diesem Dank einen Jubel schaffen, der von dieser Erde zurückdröhnte bis zum Schöpfer des Alls! ... Hastig griff Händel zur Feder und zeichnete Noten auf, mit magischer Eile formte sich Zeichen auf Zeichen. Er konnte nicht innehalten, wie ein Schiff, die Segel vom Sturm gefasst, riss es ihn fort und fort." (Stefan Zweig, Georg Friedrich Händels Auferstehung, in: Sternstunden der Menschheit, Frankfurt/ Main o.J.).

Stefan Zweig beschreibt in seiner Erzählung die Entstehung des Oratoriums "Messias", darin das berühmte "Große Halleluja" aber auch die wunderschöne Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt". Stefan Zweig schildert den Komponisten Georg Friedrich Händel als einen zunächst kraftlosen, verzweifelten Mann, der durch das neue Libretto (Text für ein Musikwerk), das er auf seinem Schreibtisch findet von religiösen Gefühlen überwältigt und in einen musikalischen Schaffensrausch versetzt wird. In der Tat entstand Händels wohl bekanntestes Werk binnen drei Wochen (!) in London - eine schier unglaubliche Leistung! Begonnen am 22. August 1741 lag nach nur 24 Tagen am 14. September 1741 die Partitur vor.

Anfangs fand dieses Oratorium kaum einen guten Anklang. Doch dann führte er es zugunsten eines Londoner Waisenhauses als Benefizkonzert auf. Das war der Durchbruch. Beim "Großen Halleluja" erhoben sich die Zuhörer spontan von ihren Plätzen. So ist es heute noch üblich, wenn "Der Messias" im angelsächsischen Raum aufgeführt wird.

Auch aus einem anderen Grund wurde dieses Oratorium in seiner Wirkung sehr bedeutend. Das Bibelwort "Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt" war in christlichen Kreisen kaum bekannt. Das ist eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, wie berühmt diese Bibelstelle nach Händels Vertonung geworden ist. Nun steht es nicht zu Unrecht auf so vielen Grabsteinen in unzähligen Traueranzeigen und auf vielen Spruchkarten.

Dabei handelt es sich um einen Satz, der mit sehr viel Aggressivität einherkommt. Eine Aggressivität, die nötig ist, um dem Tod entgegentreten zu können und nicht klein beizugeben. Denn Hiob schleudert diesen Satz seinen Freunden entgegen, die ihn zur Aufgabe bewegen wollen. Den Tod, so meinen seine Freunde, müsse man einfach hinnehmen. Man dürfe dafür Gott nicht anklagen. Man solle einfach nur still leiden. Vielleicht hat man ja sogar selbst Schuld. Aber das will Hiob nicht gelten lassen. Mit diesem Satz sagt Hiob: Auch wenn alles dagegen spricht, Gott ist trotzdem stärker als der Tod. Gott hat am Ende einen längeren, ja ewigen Atem.

Dieser Satz wird von keinem Superhelden gesprochen, obwohl viele Hiob dazu machen wollen. Alles musste Hiob hergeben: seinen Besitz, seine Gesundheit, ja sogar alle seine Kinder. Er lebt nicht mehr, er vegetiert. Seine Überlebenschancen liegen bei Null. Und das Allerschlimmste, seine Freunde haben nichts Besseres zu tun, als Hiob die Schuld für dieses Leid in die Schuhe zu schieben.

Aber Hiob geht nicht in die Knie! Er sagt nicht "Es hat ja alles doch keinen Zweck mehr!" Ich weiß nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich Abschied nehmen muss von dem, was mir am Wertvollsten ist oder wenn ich eine vernichtende Diagnose bekommen. Ich will dann wie Hiob diese Worte sprechen und glauben können: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Auf das "Aber" kommt es an. Wir dürfen wütend sein und von Gott enttäuscht. Wir dürfen und müssen trauern. Deshalb kommt es auf das "Aber" an. Es geht nicht um ein billiges Schönreden, Bagatellisieren und Wegleugnen auch von Wut und Verzweiflung. Es geht um dieses "Aber", das uns das Weiterleben ermöglicht. ABER ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

 

 Es grüßt

Manfred Frank

 

Losung des Tages

Montag, 14. Oktober 2019
Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen.
So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

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